Kirche im Kino

Rollenwechsel

Wahre Geschichte um ein Paar aus den Südstaaten der USA, das die Rechtmäßigkeit seiner Ehe vor Gericht erstreiten muss, weil er weiß und sie schwarz ist.

Loving

Loving bezieht sich auf den Nachnamen der Eheleute Mildred (Ruth Negga) und Richard Loving (Joel Edgerton), die 1958 in Virginia heiraten. Ihr Plan: Sie wollen ein paar Kinder in die Welt setzen, eine kleine Farm aufbauen und friedlich bis an ihr Lebensende zusammenleben. Aber der Staat Virginia hat andere Pläne. Kurz nach der Hochzeit stürmt die Polizei nachts in ihr Haus und verhaftet sie. Der Grund: Gemischtrassige Ehen sind in Virginia verboten. Das Rassegesetz des Racial Integrity Act [Gesetz zur Reinerhaltung der Rasse] aus dem Jahr 1924 untersagte Hochzeiten “zwischen weißen und farbigen Menschen”.

Und Richard ist weiß, Mildred afroamerikanischer und indianischer Abstammung, geheiratet haben sie im Nachbarstaat. Auf dieses Verbrechen stehen ein bis fünf Jahre Gefängnis für beide.

Doch Mildred ist hochschwanger, daher sind sie gezwungen, sich auf einen Deal einzulassen. Sie müssen keine Gefängnisstrafe absitzen, dürfen aber nicht weiter als Paar in Virginia bleiben, wo beide geboren und aufgewachsen sind, sondern werden des Staates für 25 Jahre verwiesen.

Schweren Herzens verlassen sie ihre Familien, ihre Wurzeln und auch das Land, das Richard gekauft hat, und ziehen nach Washington in die Stadt. Dort verbringen sie fünf Jahre und bekommen zwei weitere Kinder.

Doch vor allem Mildred fühlt sich entwurzelt und leidet. In ihrer Verzweiflung schreibt sie Robert Kennedy, dem damaligen Justizminister der Vereinigten Staaten, einen Brief und schildert den Fall. Dieser verweist ihn an Anwälte der Bürgerrechtsbewegung, die daraus einen Präzedenzfall machen, der die gesamte Gesetzeslage für immer kippen soll. Unterdessen ziehen die Lovings heimlich zurück nach Virginia, weil sie die Entwurzelung nicht mehr ertragen.

Bis vor das höchste Gericht der Nation, den Supreme Court, geht der Fall, bis endlich festgestellt ist, dass das Verbot gemischtrassiger Ehen gegen die Verfassung verstößt. Doch was als bahnbrechender Präzedenzfall in die Geschichte eingeht, ist für das Ehepaar Loving nur die Bestätigung eines ganz selbstverständlichen Rechts.

Am 12. Juni 1967 hob der Oberste Gerichtshof das 1883 erstmals festgehaltene Verbot “gemischtrassiger” Partnerschaften einstimmig auf. Seitdem wird der 12. Juni in den USA als Loving Day bezeichnet und gefeiert.

Clemens Mirwald / pixelio.de

Thalia Lichtspiele Bous

Alle Informationen zum Kino auf der Homepage der Thalia Lichtspiele Bous.

Rückschau

Am Montag, dem 05. Oktober 2015 jährte sich zum zehnten Mal der Start des Projektes Rollenwechsel. Ich bin allen dankbar, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben, denn einer allein hätte das nicht schaffen können. Über den Jubiläumsabend hat der „Paulinus“ einen schönen Bericht gebracht, den ich diesem Brief beifüge. Danke an den Autor, Herrn Wilhelm.

Schöne Grüße aus Bous Paul Endres