Kirche im Kino

Rollenwechsel

Monsieur Pierre geht online

Pierre (Pierre Richard) ist Witwer, Griesgram und hasst Veränderungen aller Art. Tagein, tagaus schwelgt er in Erinnerungen an die gute alte Zeit und züchtet seltene Schimmelkulturen im Kühlschrank.

Weil ihr alter Vater seit zwei Jahren seine Pariser Wohnung nicht mehr verlassen hat, sondern nur noch um seine verstorbene Frau trauert, soll er lernen, sich online zu bewegen. Das Internet, so hofft seine Tochter Sylvie, holt ihn aus seiner Isolation. Alex (Yaniss Lespert), der neue Freund ihrer Tochter Juliette (Stéphanie Crayencour), ein erfolgloser Schriftsteller, kommt ihr da gerade recht. Er muss dem alten Herrn, gegen ein Entgelt, Computerunterricht geben und ihn mit der fabelhaften Welt des Internets vertraut machen.

Mit seinem Internetzugang entdeckt Pierre nun die Welt aufs Neue und staunt nicht schlecht, was das Netz alles zu bieten hat. Sogar auf eine Dating-Seite traut er sich bald, wo er Kontakt mit der entzückenden Flora63 aufnimmt, sich verliebt und noch einmal aufblüht.

Die junge Frau, die eigentlich Fanny (Fanny Valette) heißt, ist von Pierres romantischer Art überwältigt und will ihn unbedingt treffen. Genauer gesagt: den Mann, für den sie ihn hält, einen 31-jährigen Sinologen („einerseits gebildet, andererseits ein Abenteurer, das mögen die Frauen“, erklärt er Alex) mit einem gegenwartsfernen Mut zu Gefühlen und einem tragischen, aber sehr überzeugenden Background.

Der alte Mann hat seiner Internet-Flamme nämlich erzählt, dass seine Frau, die Liebe seines Lebens, gestorben ist – eine Geschichte, die sofort viel romantischer und trosterheischender klingt, sobald man sie mit einem 31-jährigen in Verbindung bringt.

Selbstverständlich würde auch Monsieur Pierre gern wissen, wie das weiterginge mit Flora. Aber weil er nicht gut als der Opa auftauchen kann, der er ist, bringt er seinen Internet-Coach Alex mit einer Mischung aus Geld und emotionaler Erpressung dazu, als sein Stellvertreter beim Date einzuspringen, um ihm hinterher alles zu erzählen…

Die Geschichte erinnert an den Roman „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand. Cyrano, der für einen Anderen Liebesbriefe schrieb, sehr erfolgreich – für den Andern. Wenn Sie zu diesem Thema mehr lesen wollen:

http://www.studentshelp.de/p/referate/02/5807.htm

Clemens Mirwald / pixelio.de

Thalia Lichtspiele Bous

Alle Informationen zum Kino auf der Homepage der Thalia Lichtspiele Bous.

Rückschau

Am Montag, dem 05. Oktober 2015 jährte sich zum zehnten Mal der Start des Projektes Rollenwechsel. Ich bin allen dankbar, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben, denn einer allein hätte das nicht schaffen können. Über den Jubiläumsabend hat der „Paulinus“ einen schönen Bericht gebracht, den ich diesem Brief beifüge. Danke an den Autor, Herrn Wilhelm.

Schöne Grüße aus Bous Paul Endres