Einfach Erstkommunion feiern

Erstkommunion – Licht sein
Bild: Anna S. Augustin
In: Pfarrbriefservice.de

Wir gehen in unserer Pfarreiengemeinschaft einen neuen Wege in der Erstkommunion-Vorbereitung

In einem Team von Ehrenamtlichen zusammen mit Pastor Heinz Haser wurden noch in den Sommerferien die letztjährigen Vorbereitungen auf den erstmaligen Empfang der Eucharistie für Kinder des 3. Schuljahres analysiert. Es wurden Probleme benannt und intensiv nach Lösungen gesucht. Vorgabe dafür war: deutliche "Entstressung" durch Elementarisierung von Inhalten und damit eine Verringerung des zeitlichen Umfangs für Kinder, Eltern, Katecheten und Seelsorger.

Das Konzept "Einfach Erstkommunion feiern" von Dr. Christian Hennecke liefert dazu erprobte, pastoral sinnvolle und zukunftsorientierte Lösungen. Auf dieser Grundlage haben sie für unsere Kirchengemeinden eine neue Kommunionkatechese entwickelt, die nach Beratung im Seelsorgeteam und im Pfarreienrat nun umgesetzt wird.

Basis des Konzeptes ist die Trennung der Glaubenseinführung (Initiation) von der eigentlichen Hinführung auf das Sakrament (Katechese). Daraus ergibt sich für die Erstkommunionvorbereitung eine Aufteilung in:

  • Basiskurs für alle Kinder und Eltern
  • Zusatzangebot vor, während und nach der eigentlichen Kommunionvorbereitung

Im Basiskurs lernen Kinder und Eltern den Glauben einfach über das "Mitfeiern" kennen: Die Feier der Eucharistie bildet dabei selbst das inhaltliche Gefüge der Vorbereitung. Sie wird in mehreren Schritten erschlossen.

  • Basiskurs
  • Zusatzangebot

Der Basiskurs besteht aus:

  • einem Kennenlerntreffen
  • fünf sogenannten "Liturgiekatechesen"
  • einem Wochenende zum Thema "Versöhnung"
  • dem Besuch der Sonntagsmessen

in der Zeit nach Allerheiligen und der feierlichen Erstkommunionen im April 2013, die wie gewohnt in unseren beiden Kirchen gefeiert wird.

Liturgiekatechesen
Die "Liturgiekatechesen" haben grundlegende Akzente gottesdienstlichen Feierns zum Inhalt: bitten, danken, beten, lobpreisen, teilen, vergeben, still werden, geeint werden, anbeten.

Sie bestehen aus folgenden Teilen:

  • Versammeln außerhalb der Kirche und Prozession in die Kirche
  • Weg-Gottesdienst in der Kirche mit Kindern und Eltern
  • Vertiefung mit Kindern in festen Gruppen mit Katecheten
  • Abschlussgebet mit Kindern und Eltern in der Kirche.

Die Erstkommunionkatechese wird so inhaltlich und zeitlich deutlich "entstresst" und kommt den sich ändernden Voraussetzung entgegen: Das Hineinwachsen in den Glauben wird nicht mehr nachgeholt, sondern vorbereitet. Kinder und Eltern machen gemeinsam Erfahrungen - nur so können diese überhaupt zuhause geteilt werden und wirken.

Das Zusatzangebot nutzen die Kinder/Familien, die mehr suchen.

Wichtige Ziele können über diese Zusatzangebote erreicht werden: Sie bereiten die Einführung in den Glauben vor, vertiefen sie und begleiten die Kinder nach der Kommunion - dies alles aber nicht wie bisher auch noch während der Zeit der Erstkommunionvorbereitung und nicht auch noch durch die sowieso schon ausgelasteten Katecheten. Vielmehr nutzen und vernetzen wir qualitative und regelmäßige Angebote, die es schon auf dem Gebiet unserer Pfarrgemeinden gibt: Kleinkinder-Gottesdienste, religiöse Arbeit in unseren KiTas, Religionsunterricht, Schulgottesdienste, Kinderbibeltage, Messdienerarbeit, Sternsingeraktion, Familienangebote.

Dieses neue Erstkommunion-Konzept ist eine sinnvolle, zukunftsorientierte Antwort auf die Gestalt heutigen Christseins. Es teilt die Verantwortung zwischen Gemeinde und Eltern neu auf. Es hat Vorteile und Nachteile.

Es ist intensiv vorbereitet und wird Fehler haben. Doch wir können diesen Weg mutig angehen, weil wir uns auf Gott verlassen können: "Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste." Jes 43,19