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Zum Gedenken an Schwester M. Guidonis Schwarz

In den frühen Morgenstunden des 8. November 2014 verstarb nach langem Leidensweg Schwester Maria Guidonis (Lieselotte Schwarz) im Margarete-Flesch-Haus in Hausen, dem Seniorenzentrum der Franziskanerinnen von Waldbreitbach. Als älteste unter fünf Geschwistern wurde sie am 25.01.1925 in Friedrichsthal geboren.Nach dem Vorbild des Vaters hatte sie die Absicht, den Lehrerberuf zu ergreifen. Da sie vor allem für die hauswirtschaftlichen Fächer Interesse zeigte, war es ihr Wunsch, Gewerbelehrerin zu werden. An der Frauenfachschule in Saarbrücken machte sie 1944 ihr Examen. Nun wurde sie zum Reicharbeitsdienst einberufen. Nach Kriegsende ( Mai 1945) nahm Lieselotte für ihre berufliche Fortbildung das Praktikum im Marienkrankenhaus in Saarlouis auf. Durch den ständigen Kontakt mit den dortigen Ordensschwestern wuchs ihr Wunsch, selbst einem geistlichen Orden beizutreten, mit der Absicht in die Mission zu gehen. Zu diesem Zweck nahm sie mit den „ Steylern“ von St. Wendel Verbindung auf, um an entsprechende Informationen zu gelangen. Nach längeren Überlegungen und eingehender Rücksprache mit den Eltern und deren Einverständnis trat sie im Jahre 1946 in den Orden der Waldbreitbacher Franziskanerinnen ein.Während des Noviziats erhielt sie Schulung in der Kirchen - und Ordensgeschichte verbunden mit geistlichen Übungen und der Unterrichtung in geistlichem Gemeinschaftsleben. Das 1. feierliche Ordensgelübde legte die Novizin im Jahre 1949 ab, das sie 1952 erneuerte und das 2 Jahre später im „EWIGEN GELÜBDE“ einmündete.Lieselotte Schwarz erhielt den Schwestername Maria Guidonis. Die damalige Generaloberin hatte von ihren häufigen Briefwechseln mit dem jüngsten Bruder Guido Kenntnis, und so war die Namensgebung eine natürliche Folge.Ihre pädagogische Ausbildung erhielt Schwester Guidonis von 1950-1952 im Seminar in Trier mit dem Schwerpunkt Kindergarten. Bis 1954 war sie fortan in verschiedenen kirchlichen Einrichtungen mit Liebe und Zuwendung für Kinder und Eltern tätig. Stationen waren Neuwied, Weißenturm, Ruwer, und zuletzt auch Losheim / Saar. Ab dem Jahre 1954- 1958 versah sie Tätigkeiten im Mutterhaus, wo sie die Noviziatsleitung unterstützte. 1958 gründete der Franziskanerinnenordnen eine Missionsstation im Nordosten Brasiliens, wo Not und Armut herrschten. Spontan erklärte sich Schwester Guidonis ihre Bereitschaft mitzuwirken. Ein dort anwesender deutscher Orden gewährte den 6 Ankömmlingen für ein Jahr die Unterbringung, bis der Aufbau ihrer Station fertiggestellt war. Von ihnen erlernten sie nicht nur die portugiesische Landessprache, sie wurden auch in die Sitten und Gewohnheiten der Bevölkerung eingeführt. 1959 war es soweit. Die Station BACABAL im Staate Maranhao mit ihrem feucht- heißen Klima bedeutete eine große Umstellung für die Missionarinnen. Insgesamt wirkte Sr. Guidonis in Bacabal und später auf ihrer zweiten Station Petro Segundo 29 Jahre. Neben ihrer Arbeit in Seelsorge und Pastoral war sie in der Novizialleitung der Region tätig. Von 1970 wurde ihr die Verantwortung als Regionaloberin übertragen, so prägte sie das Gemeinschaftsleben entscheidend mit. Nach ihrer Rückkehr 1986 übernahm sie in Deutschland neue Aufgaben. Zunächst wirkte sie bis 1995 in Seelsorge und Pastoral mit vier Mitschwestern in Bremerhaven. Weitere 5 Jahre verbrachte sie in Neustadt / Weinstraße, wo sie den Beuchssdienst im Krankenhaus Hetzelstift unterstützte. Von 2000-2004 war sie Gruppenleiterin im Mutter-Rosa-Altenzentrum in Trier. Von dort gelangte sie noch einmal nach Neuwied, wo sie ihre erste Aufgabe als Kindergartenschwester innehatte. Nach einem Jahr wechselte sie in das Seniorenzentrum nach Hausen. Noch konnte sie sich pflegebedürftigen Mitschwestern widmen, bis sie schließlich selbst zum Pflegefall wurde.

Ihre Mitschwestern haben ihren Leidensweg verständnisvoll begleitet und ihr bis zuletzt jegliche Hilfe zuteilwerden lassen. Besonders dankbar erwies sich Sr. Guidonis für die aufopferungsvolle Zuwendung durch ihre Mitschwester Gerlinde Gard aus Hasborn/Saar, die alle direkten Angehörigen aus dem Saarland fortlaufend über ihren Zustand unterrichtete und gelegentliche Telefonverbindungen mit ihr herstellte. Ihr war es auch nicht zuviel, ihr den letzten Wunsch zu erfüllen, den schwerkranken Bruder Guido in St. Wendel noch einmal sehen zu können.

Nach dem Sterbeamt in der Klosterkirche wurde Schwester Guidonis am 11. November 2014 auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

Unser guter Gott möge ihr Lebenswerk reichlich belohnen.