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Damit aus Fremden Freunde werden

„Wir sind so glücklich, dass so etwas für uns gemacht wird!“

Das war der - eigentlich unerwartete - Tenor der Veranstaltung „Damit aus Fremden Freunde werden“ am 19. März in der Bouser Pfarrkirche St. Peter.

Eingeladen dazu hatte der Chor „Living Voices“ mit seinem Chorleiter Dekanatskantor Andreas Hoffmann, die sich damit einer Initiative des Bistums Trier angeschlossen haben. Diese will dazu anregen, Flüchtlinge in das Gemeindeleben mit einzubinden, sei es durch Konzerte oder Benefizveranstaltungen, oder aktiv in Form von kurz- und langfristigen Projekten.

Das Lied „Damit aus Fremden Freunde werden“ war dann auch der rote Faden, der den Abend durchzog. Andreas Hoffmann hatte sich aus jeder Strophe des Liedes einen Aspekt herausgegriffen – Leid und Armut, Begegnung und Menschlichkeit, Liebe und Frieden, Brot, Schöpfung, Grenzen – und diese dann mit ausgewählten Texten und Liedern verbunden. Dabei gab es auch manche beabsichtigte Extreme. Dem „Earth Song“ von Michael Jackson, der auf ungeschönte Weise unseren Umgang mit der Erde darstellt, wurde mit der „Umwelthysterie“ von Volker Pispers ein kabarettistischer Text entgegengesetzt. Auch sonst gab es für die Gäste, unter denen sich auch sehr viele syrische Flüchtlinge befanden, abwechslungsreiche Musik. Sie reichte vom „Lied der Flüchtlinge“ von Hans Albers, über „Gabriellas Sång“ bis hin zu den Toten Hosen und deren Lied „Europa“. Die Auswahl und die Abwechslung kamen an, denn während des gesamten eineinhalbstündigen Programms war das Publikum sehr aufmerksam, man hätte die berühmte Nadel fallen hören können.

Das lag sicher auch an den weiteren Akteuren des Abends. Neben dem Chor „Living Voices“, der souverän den größten Part des Programms übernahm, war es vor allem die Sängerin Desiree Fery, die die Zuhörerinnen und Zuhörer mit ihrer Stimme verzauberte. Weitere Gäste waren der Gitarrist Peter Spang und Schlagzeuger Tobias Klein. Den Vortrag der Textbeiträge übernahmen gekonnt vier Damen aus dem Chor.

Ein besonderer Moment war es, als Mohammed, ein junger Mann aus Damaskus, seine Geschichte und die seiner Familie erzählte. Nicht durch die Medien, sondern von ihm selbst erzählt haben die Gäste gehört, was er erlebt hat, warum er geflohen ist und was er sich für seine Zukunft wünscht.

Am Ende des Abends waren alle zur Begegnung im Pfarrheim eingeladen. Unter der Federführung von Doris Speicher hatten einige syrische Frauen und Männer Finger-Food aus ihrer Heimat zubereitet. Genauso erfreulich, dass schon die Kirche mit ca. 350 Zuhörerinnen und Zuhörern gut gefüllt war, war es, dass sich im Pfarrheim auch über 100 Bouser und Syrer eingefunden haben. Das, wozu Andreas Hoffmann in seiner Schlussmoderation eingeladen hatte, schien zu funktionieren. Viele haben einen vielleicht ersten Schritt gemacht, damit aus Fremden Freunde werden.

Neben all dem Lob für die gute Musik und die ausgewählten Texte war es aber vor allem die Dankbarkeit der Syrer, die den Abend perfekt gemacht hat. „Wir sind so glücklich, dass so etwas für uns gemacht wird!“

Gern geschehen!

 

Andreas Hoffmann